Die Musikindustrie wird das Internet nicht überleben |
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Skypecasting?
Bevor das Thema jetzt auch in den deutschen Medien breitgetreten wird, will ich mal kurz ein paar Dinge klarstellen:
Skypecasting hat rein gar nichts mit Podcasting zu tun. Podcasting erlaubt einer zumindest theoretisch beliebig großen Zahl von Zuhörern, Radiosendungen zu genießen, wann immer sie wollen. Das ist revolutionär. Skypecasting ist, als würde man jemandem einen Song am Telefon vorspielen. Die Übertragung findet in Echtzeit statt, und das Publikum ist - selbst mit Skype-Telefonkonferenzen - an einer Hand abzählbar. Das ist albern. Mal ganz davon zu schweigen, dass Musikgenuss über Skype ein eher zweifelhaftes Vergnügen ist, da der Codec des Programms für Sprachübertragung optimiert wurde. Ach ja, und mit Filesharing hat Skypecasting auch nix zu tun. Weil da eben nur Songs vorgespielt, aber nicht getaucht werden. Mit anderen Worten: Skypecasting ist kein toller Trend, sondern ein Mediengag, der sich wegen hoher Buzzword-Dichte weiterverbreitet. Wie Bluetoothing, oder unbefleckte Empfängnis. Aber wetten, dass wir trotzdem noch ganz viel darüber in der deutschen Online-Presse lesen dürfen?
Janko Roettgers - 14-04-05 - 22:56:35 - General
Kommentare sind deaktiviert. KommentareGerrit schrieb:
Das hängt davon ab, wie man es definiert. Ich dachte spontan, Skypecasting ist das podcasten von Skype-Telefonaten, also Interviews usw. Obwohl, diese Gespräche könnte man ja auch mit normalem Telefon führen. Nun ja.
15-04-05 13:53:39
Mario schrieb:
Ich teile Gerrits Definition des Begriffs. Meines Wissens ist er das erste Mal hier aufgetaucht:
http://www.his.com/~pshapir...
15-04-05 14:01:17
Janko Roettgers schrieb:
Mario: Da taucht er aber gar nicht auf :)
15-04-05 18:06:57
Mario schrieb:
Hmpff... dann war es woanders :-\
15-04-05 20:01:43
Mario schrieb:
15-04-05 20:03:26
Janko Roettgers schrieb:
Gerrit: Skype als Recherchewerkzeug oder für Interviews macht ja auch Sinn. Das Problem an dieser Fehlgeburt Skypecasting ist eher, dass da jemand bei CNet die Recherche mit dem Verbreitungsmedium durcheinandergebracht hat (http://news.com.com/VoIP+ca...). Das wurde von Slashdot übernomen, und wenig später tauchten dann Schlagzeilen wie "Skypecasting the new trend in peer-to-peer file sharing" (http://www.newstarget.com/0...) im Netz auf. Im Text dieser Meldung heißt es:
"Skype is an online software service that allows users to contact one another over the internet for free voice conversations. Podcasting is a personal broadcasting phenomenon [...]. Technologically savvy users are merging these technologies to "Skypecast", using Skype's service to distribute recordings across the internet for free. This allows expert users to run their own mini-radio stations, which can be accessed by any Skype user."
15-04-05 20:03:57
Mario schrieb:
OK. Schön, dass nicht nur im alten Europa Begriffe durcheinander gewürfelt werden. Das könnt ihr offenbar schon alleine und ganz ohne Hilfestellung ;-)
16-04-05 02:37:01
Matze Schmidt schrieb:
Hätte die Radioindustrie die digitale Zukunft frühzeitig Willkommen geheißen, dann hätte es die Stylepolizei und die Begriffspartei nie gegeben.
16-04-05 11:31:19
Martin Oetting schrieb:
Hallo,
ich habe gehört, Skypecasting sei einfach die Möglichkeit, mittels Skype nicht nur ein Telefonat zu führen, sondern dasselbe gleich mittels entsprechender Software online mitzuschneiden (wav?), um es dann für einen Podcast als Interview zu benutzen. Wenn jemand weiß, wo es dazu Software gibt (Skype Plugin?), würde ich mich über einen Tipp freuen. Grüße.
28-04-05 18:18:59
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