Die Musikindustrie wird das Internet nicht überleben |
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Momag.net gibt auf
Nachdem das mögliche Ende von Momag.net (und meine Flash-Endzeit-Verwirrung) bereits vom Dienstraum-Blog aufgegriffen wurde, kann ich es jetzt auch ganz offiziell bestätigen: Momag.net gibt auf. Eckehart Röscheisen erklärte dazu jetzt in einer E-Mail, dass sich die drei Köpfe hinter dem Projekt allesamt beruflich neu orientieren. Außerdem habe man nicht genügend zahlende Abonnenten gefunden, um die gewohnte Qualität längerfristig gewährleisten zu können. Das Projekt sei von Anfang an als Pilot geplant gegewesen, um solche Fragen auszuloten.
Nun war Momag.net wahrscheinlich eh immer nur für eine verschwindend kleine Zielgruppe relevant. Trotzdem wirft das Scheitern ein paar ganz interessante Fragen auf. Natürlich ist es einfach, Momags Abo-Modell zu verdammen. Doch hätte es einen Weg gegeben, Momag als Nischenpublikation auch wirtschaftlich halbwegs ertragreich zu etablieren, ohne auf Abos oder ähnliches zu setzen? Momag hat ja zuletzt auch mit einem Blog experimentiert, aber es nie so ganz geschafft, dieser Form gerecht zu werden. Doch hätte sich ein Blog-only Format gerechnet? Dienstraum hat dazu am Freitag auf einen ganz interessanten NZZ-Artikel von Clay Shirky hingewiesen, der Blogger-Journalismus als neue Einnahmequelle für Journalisten sieht. Als Beispiel muss dann allerdings Instapundit.com herhalten, der eben gerade keinen Fachjournalismus betreibt ...
Janko Roettgers - 15-03-04 - 00:29:16 - General
Kommentare sind deaktiviert. Kommentaremoritz schrieb:
15-03-04 17:42:48
Janko Roettgers schrieb:
Moment, das Zitat stammt von Michael von Dienstraum.com - das Layout dort macht die Zuordnung der Zitate nur nicht ganz so einfach :)
15-03-04 18:36:21
Janko Roettgers schrieb:
Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Spenden eine Lösung für diese Misere sein könnten. Wer sind denn die Hardcore-Leser, die deinen RSS-Feed abonniert haben, bei jedem Update vorbeischauen und damit wahrscheinlich als eheste als Spender in Frage kämen? Genau, das sind alles selber Blogger. Da beist die Katze sich in den Schwanz ...
Außerdem würde es zwar nett sein, mit seinem Blog 300 Euro pro Monat verdienen zu können - aber könntest du davon leben? Wohl eher nicht. Ich brauch zumindest dann doch einiges mehr. Gleichzeitig sollte man auch den indirekten Gewinn nicht unterschätzen. Ich hab mich von ein paar Tagen mit Cory Doctorow unterhalten, der meinte, am meisten würde er durch Dinge verdienen, die sich durch sein Schreiben ergeben würden. Das ist bei uns allen sicher nicht anders. Moritz z.B. schreibt Artikel über Blogs und Weblog-Systeme, für die er sein Expertenwissen einsetzen kann, das er als Phlow-Betreiber gewonnen hat. Bei mir sieht die Situation ähnlich aus, und es ist wahrscheinlich sogar noch ein ganzes Stück offensichtlicher. Mixburnrip.de war von Anfang an als Werbung für mein Buch und eben auch mich als Autor geplant. Dass ich Spaß daran hab, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Ob sich die Werbung bezahlt macht, ist wiederum schwer zu messen. Über meinen Amazon-Partnerlink hab ich mittlerweile wahrscheinlich so um die 60-70 Bücher verkauft. Das ist nicht viel, aber natürlich in jedem einzelnen Fall eine ganz nette Anhebung der Autorenprozente. Wie viele Leser sich das Buch direkt bei Amazon oder im Buchladen um die Ecke gekauft haben, nachdem sie diese Seite entdeckt haben, lässt sich sowieso nur schwer nachvollziehen. Natürlich hab auch ich schon drüber nachgedacht, ob sich das hier nicht irgendwie kapitalisieren lässt - mich dann aber schnell wieder von Gedanken wie dem Spendenbutton oder Google-Links verabschiedet. Vielleicht denk ich noch mal neu drüber nach, wenn ich irgendwann 10 bis 20 mal so viele Leser haben sollte wie heute. Ach, und noch was: Ich glaube übrigens auch, dass Shirky sich irrt - zumindest in der Bedeutung des Paypal-Buttons. Instapundit macht sicher mehr Geld mit Werbung auf seiner Website als mit Spenden.
15-03-04 19:17:33
moritz schrieb:
"Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Spenden eine Lösung für diese Misere sein könnten. Wer sind denn die Hardcore-Leser, die deinen RSS-Feed abonniert haben, bei jedem Update vorbeischauen und damit wahrscheinlich als eheste als Spender in Frage kämen? Genau, das sind alles selber Blogger. Da beist die Katze sich in den Schwanz..." (dieses Zitat stammt diesmal _wirklich_ von janko ;)
::: genau da sehe ich den knackpunkt. es gibt natürlich die überlegung, denjenigen, die ein wenig spenden, bestimmte artikel zuerst anzubieten, also in einem member-bereich. und nach ein paar tagen, gibt es die dann auch für die breite öffentlichkeit. für mixburnrip.de wäre das aber auch eine schlechte wahl, da dadurch, das weblog an aktualität verlieren würde, dadurch weniger besucher hätte und sich langsam versenken würde. bei phlow wäre es evtl. eine möglichkeit, weil einige artikel auch noch "hoffentlich" in zwei wochen eine bedeutung haben. trotzdem, wäre dass glaube ich auch keine gute wahl. und natürlich kann ich von 300 euro nicht leben, aber ich würde noch einmal zusätzlich ein paar stunden mehr investieren. so meinte ich das ;) eine möglichkeit jedoch, die sich auszahlen könnte, wäre das drumherum, also merchandise. janko hat sein buch. für phlow muss man sich dann noch etwas ausdenken. t-shirts?!? tassen?!? krawattennadeln *schmunzel* aber so eine mixburnrip krawattennadel hätte ich schon gerne zur letzten popkomm getragen...
16-03-04 10:55:13
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Dafür braucht es aber erst Leser, die auch spenden. Und das ist zumindest in der deutschsprachigen Blogosphäre (noch) nicht der Fall." (janko auf dienstraum.de)
::: finde diese debatte äußerst ansprechend, da ich mich als betreiber von http://www.phlow.net genau seit einem halben jahr mit diesen ideen herumschlage. für mich wäre es definitiv ein anreiz bzw. ansporn, wenn ich von den lesern ein wenig entgelt bekäme.
z.b. für den traffic den ich selbst bezahle und für die mühe, die meine phlow-kollegen und ich mir geben, zu unterhalten und zu präsentieren.
auf der einen seite mache ich das aus überzeugung, experimentellem gedanken, webtechnik und spass, aber ich schränke mich ein, indem was ich tue. denn ich muss nebenbei "geldbringende" artikel für ct, internet intern, djmagazine, debug etc. schreiben.
würde ich ein wenig entgelt erhalten, und sei es nur 300 euro im monat. ich würde mir noch mehr mühe geben bzw. noch mehr zeit investieren.
meint, moritz